Lottstetten liegt im südlichen Klettgau am Hochrhein uns ist eine traditionsreiche Grenzgemeinde zwischen Baden und der Schweiz, geprägt von Landwirtschaft, Natur und lebendigem Dorfleben. Entdecken Sie auf dem Kulturweg die wichtigsten historischen Orte und Gebäude Lottstettens.
Vier Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen an ausgewählten Stationen von ihren persönlichen Erinnerungen und geben Einblick in den Wandel des Dorfes im 20. Jahrhundert. Die Hörbeiträge von etwa 3 Minuten Länge können beim Rundgang mittels QR Code oder direkt hier online abgehört werden.
Idee und Realisation: Reto Friedmann und Regionaler Naturpark Schaffhausen. Mehr zum Projekt: ziit-zum-zuelose.ch
Erich Häring
(1931–2026)
prägte Lottstetten als
Landwirt, Unternehmer und engagierter Vereinsmensch. Er wirkte an wichtigen Projekten der Gemeinde mit,
unter anderem beteiligte er sich am Bau des Sportplatzes am Lerchenbuck und setzte sich für die Erinnerung an die sogenannte Evakuierung Lottstettens
im Jahr 1945 ein.
Adolf Kunz (1930–2025) gehörte zu den treibenden Kräften des Lottstetter Sportvereins mit einer über 70-jährigen Mitgliedschaft. Auch engagierte er sich beim Aufbau des Sportplatzes. Seine Erinnerungen geben Einblick in das Vereinsleben und den Alltag in Lottstetten nach dem Zweiten Weltkrieg.
Eugen Straub
(1952)
war Ratsschreiber in der
Gemeinde Lottstetten. Durch seine Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung und sein langjähriges Engagement in Vereinen und Kirche kennt er die Entwicklung der Ortsteile und des Gemeindelebens aus nächster Nähe.
Lore Link
(1936)
geborene Straub erlebte als Kind
die sogenannte Evakuierung des Dorfes nach dem
Zweiten Weltkrieg. Sie schildert eindrücklich den Alltag in Kriegs- und Nachkriegszeiten, die Rückkehr nach Lottstetten sowie das Leben in einem von Landwirtschaft, Nachbarschaftshilfe und starkem Gemeinschaftssinn geprägten Dorf.
Rathausplatz 1
Das Rathaus wurde 1987 eingeweiht. Das dreigeschossige Gebäude schafft Verbindungen zur tiefergelegenen Hauptstraße sowie zum Rathausplatz und zur Kirchstraße, nicht zuletzt durch großzügige Treppenanlagen in Naturstein. 77 Fenster lassen die Verwaltung mit natürlichem Licht durchfluten; auf großflächige Fensteröffnungen wird bewusst verzichtet, damit sich der Gebäudekomplex harmonisch ins Ortsbild einfügt.
Kirchplatz 1
Weihbischof Matthias Starck (1628–1708) ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Lottstettens. An ihn erinnert das 1983 eingeweihte katholische Pfarreizentrum mit seinem Namen.
Wettegasse 1
Das Hotel Holzscheiter ist eines der wenigen zertifizierten Naturpark-Hotels. Eine Liegenschaft an dieser Stelle ist bereits 1732 dokumentiert, doch eröffnet wird das Hotel im ehemaligen Werkhof der Gemeinde erst im Jahr 2015.
Gedenkkreuz auf dem Lerchenbuck
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die deutschen Gemeinden am Hochrhein durch die französische Armee besetzt. Die Besatzungsmacht beschloss, die Gemeinden Altenburg, Jestetten und Lottstetten zu «evakuieren».
Das Gedenkkreuz erinnert an die sogenannte Evakuierung.
Sportlerheim, Lerchenstraße
Über Generationen hinweg waren die Menschen aufeinander angewiesen – bei der Ernte, beim Hausbau oder in Zeiten wirtschaftlicher Not.
Freudenbergweg 2
Die Volkshalle, Heimat der erfolgreichen Lottstetter Kunstradfahrer, feiert 2025 ihren 100. Geburtstag. Erbaut wurde sie vom Volksbildungsverein. Ein Protokollbuch gibt erstmals Einblick in dessen dramatische Geschichte.
Bahnhofstraße 10
Beim Bahnhof steht die Jugendstilvilla Friedau mit ihrem charakteristischen Erkerturm, reichhaltiger ornamentaler Ausstattung und einer großen Gaupe. Hier richtet Otto Buchter 1909 sein Zahn-Atelier ein. Der Buchter-Brunnen entsteht 1930.
Abfahrt Nackermühle
Die Geschichte Lottstettens ist seit Jahrhunderten eng mit der Grenze zur Schweiz verbunden. Der ungewöhnliche Grenzverlauf prägte Alltag, Handel und das Leben der Menschen in der Region.
Beginn Nacker Rundweg
Nack, am südwestlichen Rand von Lottstetten gelegen, ist ein kleiner Ortsteil mit ländlichem Charakter. Die Nähe zur Schweiz beeinflusste
das Leben der Menschen seit Generationen – im Alltag, bei der Arbeit und im persönlichen Austausch über die Grenze hinweg.
Kapellenweg 2
Während knapp 50 Jahren – von 1924 bis 1971 – besitzt der Ortsteil Nack ein eigenes Schulhaus. Der zweigeschossige Walmdachbau in den Formen des Heimatstils erzählt vom Kampf der Nacker um Eigenständigkeit.
Bushäuschen Balm
Die Landwirtschaft spielte in Lottstetten lange Zeit eine wichtige Rolle und bildete die Lebensgrundlage vieler Familien. Die fruchtbaren Böden und das milde Klima boten dafür ideale Voraussetzungen.
Balmer Straße 8
Am Ortseingang steht, in etwas überhöhter Lage, ein schmuckes Fachwerkhaus, das im Volksmund Schlössle genannt wird. Es mag sich um ein Zehnthaus handeln.
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Was passiert, wenn man Menschen einfach erzählen lässt? Wenn man sich Zeit nimmt, zuzuhören? Erinnerungen werden wach, die von einem Stichwort zur nächsten Begebenheit führen. Die Menschen erinnern sich an Details, an Alltägliches und scheinbar wenig Relevantes. Doch gerade aus diesen Erinnerungen entstehen Erzählungen und Anekdoten, die in keinem Geschichtsbuch zu finden sind. Der Naturpark begibt sich mit dem Projekt «Ziit zum Zuelose» auf die Suche nach diesen wertvollen Geschichten und befragt Zeitzeugen mit der Methode Oral History.
Mehr zum Projekt: ziit-zum-zuelose.ch
Die Naturpark-Gemeinde Lottstetten ist reich an baukulturellen Highlights. In den Baukultur-Broschüren vom Regionalen Naturpark Schaffhausen sind diese im Detail beschrieben.
Jetzt kostenlos Broschüre downloaden: rnpsh.ch/baukultur