Rhein-Reben-Route

Geniessen Sie das Heute und erfahren Sie Spannendes über das Gestern. Auf der Rhein-Reben-Route erleben Sie alte Geschichten entlang des Rheins – es erwarten Sie Römer, Kelten und Fahrmänner, aber auch Fantastisches aus der heutigen Zeit. Beobachten Sie die seltenen Tierarten beim «Alt Rhy» und lassen Sie an den schönsten Picknick-Orten die Füsse baumeln. Besuchen Sie die Toskana Schaffhausens und belohnen Sie sich nach der Fussreise mit einer besonderen Aussicht.

Die Route bietet Ihnen eine vielfältige Strecke mit kulinarischen, kulturellen, natürlichen und freizeitlichen Höhepunkten. Besuchen Sie die Mitglieder-Gemeinden des Regionalen Naturparks Schaffhausen aus dem unteren Kantonsteil und Deutschland.

Ein Streifzug entlang kühlem Nass mit idyllischen Bademöglichkeiten wartet auf Sie!

Zu den Routenunterlagen

Höhenmeter

183 m

Länge

13 km

Dauer

5:30 h

reine Wanderzeit

3:30 h
rheinreben-2016-07g

Start in Jestetten

0,0 km

Römerbrücke

Heute nur noch im Volksmund «Römerbrücke» genannt, gibt dieses Bauwerk aus alten Zeiten einige Rätsel auf. Die Überbleibsel, welche Sie heute noch bestaunen können, stammen aus dem Jahre 1696 und wurden von Schaffhauser Mauermeistern mit reichlich Gesellen erstellt. Nach 50 Jahren wurde die Brücke wegen «Ohnbrauchbarkeit» geschlossen.

Die Brücken die zuvor an gleicher Stelle über den Volkenbach führten, verbanden Schaffhausen mit Zürich. Wahrscheinlich dienten sie der Salz- und der Fruchtstrasse als Fortführung nach Zürich. Beide Handelsstrassen liefen in Altenburg zusammen. Auch die Zurzacher Messe könnte ein Grund gewesen sein, weshalb der Weg nach Westen über den Volkenbach gesucht wurde. Zu viele Erhaltungsreperaturen ohne wissenschaftliche Untersuchungen lassen heute keine Rekonstruktion der genauen Geschichte dieses Ortes zu. Aber vielleicht macht genau dies den Ort um die Römerbrücke so mystisch und interessant?

2,0 km

An diesem Ort

Balm

Der kleine gemütliche Lottstetter Weiler Balm hat eine brisante Geschichte. Bis 1450 thronte hier eine Hangburg am heutigen Mühleweg in Richtung Rhein. Heute ist von der Burg kein einziger Stein mehr auszumachen. Die Burg Balm war damals vom Adel bewohnt, welcher den Verkehr im Rheintal kontrollierte. 1450 zerstörten die Truppen der Stadt Schaffhausen im Streit mit Österreich die Burg Balm. Angeblich ergatterten die Schaffhauser Truppen auf ihrem Kriegszug aber nur das Burgglöcklein. Dieses trugen sie in die Stadt Schaffhausen, wo es heute noch im Fronwagturm hängt. Das «Küngeliglöckli» wurde nur bei Kriegsgefahr und nach der Wahl eines Bürgermeisters geläutet. Sonst nie. Mit einer Ausnahme: Wenn die Stadt hohen Besuch hatte, namentlich König oder gar Kaiser. Von da stammt wahrscheinlich auch die Bezeichnung für das Glöcklein. Heute gehen Sie durchs ruhige Balm und würden nicht vermuten, wie es einst hier zu und her ging.

3,4 km

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Uferwiese Giesse

Der Weg durch den Wald führt Sie um eine Ecke auf die Lottstetter Uferwiese Giesse hinaus. Mitten in einem Naturschutzgebiet gelegen, ist hier eine optimale Gelegenheit für eine Pause. Die grossflächige Wiese bietet mehrere Möglichkeiten ein Feuer zu machen – Feuerstellen und Holz werden Ihnen bereitgestellt. Direkt am Rhein gelegen, können hier müde Wanderfüsse im kalten Nass erfrischt, das Badetuch auf der Wiese ausgebreitet oder auch der Ball und Frisbee ausgepackt werden. Dabei geniessen Sie den Blick auf das gegenüberliegende Ellikon. Mit der seit dem Jahr 1500 bestehenden Fährverbindung ist auch ein kleiner Abstecher zum kleinen Dorf möglich. Die hundertjährige Seilfähre ist einzig durch die Strömung des Rheins angetrieben und da laut geltendem Völkerrecht «nur sachkundige, kräftige, dem Trunke nicht ergebene Männer mit normalen Gesichts- und Gehörorganen…» als Fährleute tätig sein dürfen, kommen Sie sicher ans andere Ufer und wieder zurück. Die «Giessi», wie die Lottstetterinnen und Lottstetter sagen, wartet auf Sie.

6,7 km

An diesem Ort

Dem Rhein entlang

Die Ufer des Rheins gestalten sich ganz unterschiedlich. Der Rhein ist aber nicht nur für uns Menschen attraktiv, sondern auch ein vielfältiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Während den Rheinkorrekturen von 1897 wurde ein Längsdamm entlang des Ufers gebaut, sodass die Wucht des Wassers nicht mehr direkt auf den Hang einwirken und diesen so weiter abtragen konnte. Die so entstandenen Altläufe, Weiher und Kiesinseln hinter dem Längsdamm bilden nun das Auengebiet „Alter Rhein“. Seit 1992 ist das Gebiet anerkannt als Auengebiet von nationaler Bedeutung. Obwohl durch den künstlichen Damm die natürliche Dynamik am Prallhang unterbrochen wurde, entwickelte sich das Gebiet «Alter Rhein» zu einem äusserst wertvollen Lebensraum. Oben auf dem Prallhang unterwegs, bietet sich Ihnen immer wieder die Sicht hinunter auf diesen wundervollen Lebensraum. Am gegenüberliegenden Rheinufer erkennen Sie die Mündung der Thur in den Rhein. Entlang dem Rhein zu Wandern belebt!

7,5 km

An diesem Ort

Alt Rhy

Das Auengebiet Alter Rhein ist heute ein Refugium für teilweise sogar gefährdetet Tiere und Pflanzen. Es konnten mindestens 40 verschiedene Brutvögel nachgewiesen werden, darunter seltene Arten. Vielleicht entdecken Sie vom Aussichtspunkt aus den gelben Pirol oder erhaschen einen Blick auf den blauen Juwel unter den Vögeln – den Eisvogel. Auch der Kleinspecht ist beim Alten Rhein zu finden. Aber nicht nur die Vogelwelt ist mit seltenen Arten vertreten. Auch Amphibien, Reptilien und Libellen haben hier einen wichtigen Lebensraum gefunden. Der Laubfrosch und die ungefährliche Ringelnatter sind nur einige Beispiele. Ein etwas grösserer Bewohner ist mit einem dichten Pelz gesegnet. Der Biber findet hier im Winter reichlich Weichholzgewächse, welche er verspeisen kann. So sehen Sie wahrscheinlich auch die eine oder andere Spur des sympathischen Nagetiers. Aktiv werden die Biber aber erst in der Dämmerung. Die Baumeister sind reviertreu und bleiben ein Leben lang zusammen. Die Jungtiere suchen sich mit zwei Jahren ihr eigenes Revier.

9,9 km

An diesem Ort

  • Aussichtspunkte
  • Infotafel

Badeplatz Rüdlingen

Am Ufer unterhalb von Rüdlingen lädt dessen Badeplatz mit schönster Lage zum Verweilen ein. Geniessen Sie hier eine Abkühlung im Rhein oder entfachen Sie ein Feuer für die verdiente Verpflegung. Eine Fussmassage bietet Ihnen der kleine Kiesstrand und wohltuenden Schatten spenden die Bäume entlang des Ufers. Lassen Sie Ihre Gedanken vom Rhein forttragen und lauschen Sie dem fliessenden Wasser. Wenn auch nur für eine kurze Rast, hier sollten Sie unbedingt kurz innehalten. Beobachten Sie die Wasservögel auf dem Rhein und geniessen Sie entspannt den unteren Kantonsteil – die Toskana Schaffhausens.

11,1 km

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  • Bademöglichkeit/Feuerstelle

Rüdlingen

Das Wappen dieses behaglichen Dorfs verrät schon viel. Auf der einen Seite Ruder und Stachel gekreuzt für die Fahrt mit dem Weidling – ein spezielles Holzboot – auf der anderen Seite das Mühlrad. Beides spricht für ein Dorf am Wasser. Und so prägt der Rhein nicht nur die Landschaft um Rüdlingen, sondern auch dessen Geschichte. Mehr als nur eine Überschwemmung musste Rüdlingen verkraften.
Heute ist aus dem Bauern- und Fischerdorf eine charmante Wohngemeinde geworden, deren Bild nun vor allem durch die Reben und die wunderschönen Riegelhäuser geprägt ist. Am besten erlebt sich Rüdlingen direkt vor Ort. Lassen Sie sich von der Stimmung einfangen und halten Sie die Augen offen, die eine oder andere Überraschung finden Sie im Dorfkern und -brunnen bestimmt.

12,0 km

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Kirche Buchberg-Rüdlingen

Die Anfänge der gemeinsamen Kirche waren zuerst nicht ganz einfach. So wollten die Rüdlinger Bürger, dass der Kirchturm auf ihrer Gemeindeseite zustande kommt. Bautechnisch war dies jedoch gar nicht möglich. Der Baugrund war auf der Rüdlinger Seite des Kirchenschiffes zu schlecht beschaffen. Als der Standort der Kirche aber so gewählt wurde, dass Rüdlingen immerhin das Ziffernblatt vom Dorf her ablesen konnten, stand dem Spatenstich nichts mehr im Wege. Nachdem die Kirche dann 1850 errichtet war, brannte sie 1972 wieder ab. Sie wurde dann am selben Ort wieder nachgebaut und wacht seither an ihrem Platz mit bester Aussicht über die zwei Dörfer. Drehen Sie sich um und bestaunen auch Sie die Weitsicht von der Kirche aus, hinunter auf den Rhein und weit ins Land hinein. Ob nun die Kirche, oder doch die Aussicht der Blickfang dieses Ortes ist, entscheiden Sie selbst.

12,8 km

An diesem Ort

  • Aussichtspunkt
  • ÖV-Anschluss

Buchberg

Bereits die Kelten genossen die wunderschöne Aussicht von Buchberg aus. Sie erstellten vor ungefähr 1500 Jahren das Dorf auf dem Hügel. Dies war doch recht ungewöhnlich, da die Gehöfte sonst eher am Bergfusse errichtet wurden – dort fanden sich oft ergiebige Quellen. Doch in Buchberg findet sich auch auf dem Hügel wenige Meter unter der Bergkuppe reichlich Wasser. Dass sich tatsächlich die Kelten hier niederliessen bezeugt das „Oppidum“ – ein Keltenwall – quer durch das Murkatfeld. Wir gehen ein Stück weiter in der Geschichte, um die Frage zu beantworten, wieso der Zipfel in der Rheinschleife überhaupt zum Kanton Schaffhausen gehört. Im Jahre 1123 schenkte ein Leuthold von Weissenburg «von Gottesfurcht ergriffen», wie man sagt, die Dörfer Buchberg und Rüdlingen dem Kloster Rheinau. Während der nächsten vierhundert Jahre musste nun der Zehnte nach Rheinau gebracht werden. Im Jahre 1520 erwarb dann die Stadt Schaffhausen zur Zeit der Reformation die Vogtei über die zwei Dörfer. Die niedere Vogtei kostete damals ganze 935 Gulden. Aus diesen Gründen gehören Buchberg und Rüdlingen heute noch zum Kanton Schaffhausen. Geniessen Sie also am Ende der Wanderung den Süden Schaffhausens in vollen Zügen.

13,2 km

An diesem Ort

Ankunft in Buchberg

13,3 km

Tour-Partner

Unter dem Dachverband Schweizer Wanderwege setzt sich der Verein Schaffhauser Wanderwege seit 1935 für die Pflege und Erhaltung eines attraktiven Wanderwegnetzes im Kanton Schaffhausen ein. Zudem bietet der Verein geführte Wanderungen an und leistet Mitarbeit bei Planungen für die Wanderwege – so auch bei der Rhein-Reben-Route.

Der Schwarzwaldverein fördert seit über 150 Jahren das Wandern. Auch der Schutz der Natur und Landschaft, die Heimatpflege, Kulturarbeit sowie Arbeit in den Familien- und Jugendgruppen sind grosse Bestandteile der Vereinstätigkeit. Die Ortsgruppe Lottstetten unterstützte die Routenkonzeption der Rhein-Reben-Route tatkräftig.

Dieses Projekt wurde gefördert durch den Naturpark Schaffhausen mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Lotterie Glücksspirale.